Gesundheitstraining in Namibia
Ich habe vor einigen Wochen von den Aktivitäten von Herrn Schmitt Kenntnis erlangt.
Als Arzt bin ich von der Idee Patienten (im weitesten Sinn) mit nach Namibia zu nehmen um ihnen zu helfen, hochbegeistert.
Gerade bei Tumorpatienten haben wir im Versorgungssystem Lücken. Diese muss man einfach zugeben und erkennen.
Meiner Ansicht nach werden die Schwerpunkte in der Versorgung unserer Patienten medizinisch sehr richtig gesetzt, orientiert an den Vorgaben der modernen Forschung. Es wird alles Erdenkliche getan um eine optimale, vielleicht sogar manchmal maximale Therapie anzubieten.
Dies ist insgesamt so erheblich aufwendig, dass nicht selten der Mensch hinter dem Patienten in der Therapie vernachlässigt wird - werden muss.
Die Leistungsfähigkeit unseres medizinischen Systems ist zweifelsohne exzellent. Aber auch das hat seine Grenzen.
Die Diagnose >>Krebs<< überfällt jeden ansatzlos. Dann muss alles Zeitnahe ablaufen. Diagnostik, ggf. Operation, Nachbehandlung mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie, Nachsorgeschemata lassen einem, Patient und Arzt, nur wenig Zeit sich mit dem Menschen zu beschäftigen. Der technokratische, und ich meine dies nicht böse, Ablauf bedingt dies zwangsläufig.
Danach folgt häufig eine immense Leere. Bisher ist alles gut gegangen, aber was nun. Wie geht man mit den Ängsten und Sorgen um.
Wie plant man sein weiteres Leben. Nichts stimmt mehr.
Ich stelle immer wieder fest, dass dies eigentlich die schlimmste Zeit ist.
Die Patienten, eigentlich sind sie keine Patienten im engeren Sinne mehr, haben gewissermaßen die Orientierung im ihrem Leben verloren.
Wir Schulmediziner sind 'Menschen wie Du und Ich'. Auch für uns ist die Diagnose >Krebs< eine der Schwierigsten. Sie ist geprägt von der Sorge um unsere Patienten, von Angst, insbesondere von eigenen Versagensängsten. Wenn man als Arzt einem Menschen nicht helfen kann wie man gerne möchte, dann steht immer auch die Angst mit dabei versagt zu haben.
An dieser 'Schnittstelle' greift das Konzept von Herrn Schmitt ein, und dafür bin ich als Arzt ausgesprochen dankbar.
Was Herr Schmitt tut, davon bin ich überzeugt, ist für uns Medizinmänner eine ganz große Hilfe ist. Wir haben einfach nicht die Leistungskapazität dies anbieten zu können.
Nach meiner Erfahrung in inzwischen 28 Jahren in der Medizin ist es immens wichtig, die eigenen Kräfte zu mobilisieren. Ob man es als Selbstheilungskräfte bezeichnen mag lasse ich dahingestellt. Der Ausdruck gefällt mir sehr, da es als Terminus den Effekt sehr gut umschreibt.
Es ist sicher unumstritten, dass je besser die innere Einstellung eines Patienten ist, desto besser der Effekt der Behandlung.
Die Natur hilft sich da viel viel besser als wir Ärzte es zugeben wollen.
Und diese Natur unterstützt man mit der Aktivierung der eigenen Kräfte ganz enorm.
Herr Schmitt kennt dies aus eigener Erfahrung leider nur zu gut.
Namibia ist ein ganz besonderes Land.
Durch ein Erleben und Empfinden dieses Landes findet man sich selbst wieder und kann damit in die Lage kommen, seine Lebensqualität erheblich zu verbessern. Und nach meiner Sicht ist dies eines der wichtigsten Ziele einer solchen Reise.
Herr Schmitt kann keinen Krebs heilen, er kann kein Leben verlängern, er kann aber dabei helfen das was man (noch) hat wirklich zu leben.
Schade um jeden Tag an dem man sich nur Sorgen macht und über seine Krankheit die einen ehedem ständig begleitet dauernd nachdenkt. Damit verschenkt man viel seiner Lebensqualität - und das sollte so nicht sein.
Die Struktur der Reise ist sehr gut. Eine Woche Ruhe, Pause, abspannen. Daher bin ich der Meinung, dass sich Namibia für das Angebot von Herrn Schmitt ganz besonders eignet. Dort kann man seinen Wurzeln sehr nahe kommen. Man kann sein Leben neu ordnen und vielleicht sogar 'entrümpeln'
Dann eine Woche um zu erfahren, dass es viele Dinge gibt die hochinteressant sind - es gibt noch etwas anderes wie Therapie, Diagnostik usw.
Danach eine Woche um vielleicht sogar gemeinsam alles aufzuarbeiten.
Ich bin überzeugt davon, dass im Anschluss an die Reise vieles anders ist.
Auch dass man das Gefühl hat nicht mehr alleine zu sein. Und ich meine nicht andere Menschen - vielleicht hat man sich wieder etwas gefunden.
So schwarz-weiß wie ich es oben beschrieben habe wird es sicher nicht ausgehen - aber die Richtung wird so sein.
Ich will lediglich meine Begeisterung als Mediziner transportieren.
Herr Schmitt und ich werden, zunehmend enger, zusammenarbeiten.
Ich habe die Idee, sein Angebot in unserem Onkologischen Arbeitskreis vorzustellen.
Meine Kontakte zu den Krankenkassen werde ich ebenfalls dafür einsetzen. Mein Traum wäre, dass die Kassen sich an den Kosten beteiligen.
Lange Rede - ich kann nur jedem, der in einer schweren Lage in seinem Leben ein 'Time-out' braucht empfehlen das Angebot von Herrn Schmitt zu prüfen und anzunehmen.
Billig ist es nicht, aber das mindeste was sich ergibt ist ein unvergleichlicher Urlaub, alles darüber hinaus hilft erheblich seine Kräfte zu mobilisieren und zu bündeln.
Ich bin so begeistert, dass es gut sein kann, dass wir uns auf der Karivolodge eines Tages begegnen.

